Ihr wundert Euch sicher auch immer stündlich oder minütlich über das Verhalten Eures Kindes. So ist es bei uns auch und ich mache mir immer sehr viele Gedanken dazu. Läuft unsere Erziehung richtig, was können wir in der Erziehung besser machen, was haben wir falsch gemacht bisher, und, und, und.

Zudem lernen Kinder doch ziemlich früh Ihre Eltern zu verstehen und begreifen, wie sie sie um die Finger wickeln können. Ein bisschen ungeniert weinen, und so lange durchzuhalten wie möglich ist das Ziel. Allerdings sind die Eltern auch nicht unbedingt auf den Kopf gefallen und wissen meist, was die Kinder damit bezwecken.

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Die Aufmerksamkeit ist das wichtigste Gut. Sie wollen nicht nur Aufmerksamkeit, sondern Liebe, Geborgenheit, und sich wichtig fühlen. Sie möchten allerdings sehr gerne im Mittelpunkt stehen. Ich kann es verstehen. Vor allem, wenn man sich mal nicht nur mit Kindern beschäftigt, sondern auch andere Dinge im Alltag erledigt werden müssen.

Bis jetzt erkläre ich meiner Tochter immer alles. Ich erkläre ihr, was ich gerade tue und das immer. Ich bin nicht zu faul um mit meiner Tochter zu sprechen. Nur so kann sie die Welt ein Stückchen mehr begreifen. Mit ihren dreieinhalb Jahren kann sie zudem sehr gut sprechen. Ich habe mir sofort angewöhnt, sie nicht noch mit der normalen Babysprache anzureden, dada oder gaga hat sie nie selbst erwähnt und von uns auch nicht gelernt bekommen.  Wichtig war es mir auch, dass Amy in Sätzen spricht. Und vor allem Fragen stellen kann.

Selbst haben wir sie allerdings auch viel zu viel gefragt, ob sie dieses oder jenes will, vielleicht ist das uns nun zum Verhängnis geworden? Oder, dass ich ihr zu viele Komplimente mache, also zuviel gelobt habe? Loben, wo es heißt, wenn man zuviel lobt, dann will das Kind es immer so haben und will sehr gerne weiterhin Aufmerksamkeit. Möchte immer in der Nähe spielen, nur um dann wieder nur zu spielen um das nächste Lob zu bekommen. Eigentlch sollte das nicht der Sinn der Sache sein. Lob sollte was Schönes sein, ein Lob, welches man  wirklich nicht zu jeder Handlung, die man vollführt hat, bekommt.

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Reflektion

Wenn ihr einen Tag reflektiert und aufschreibt, wann ihr Euer Kind gelobt habt und zu welchen Handlungen, dann könnt ihr vielleicht daran erkennen, ob Euer Kind immer nur für alles Mögliche ein Lob möchte.

Kennt ihr das Prinzip der bedingungslosen Liebe oder die Liebe, die immer an Bedingungen geknüpft ist?

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Bei unserem Samstagnachmittagsspaziergang ging es darum eine Runde spazieren zu gehen. Natürlich laufen wir nicht nur ein Stück, sondern schon etwas mehr. Amy hatte schnell die Schnauze voll und verwendete nur die Wörter, die sie von Papa auch schon kennt.

Ich kann nicht mehr laufen

Ich bin kaputt

 

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Diese Wörter und Ähnliche kommen dann zum Vorschein. Der Papa machte ihr den Vorschlag, noch wenigstens bis zur Straße alleine zu laufen, danach trägt Papa die Amy. Das fand sie wiederum auch nicht so gut, schließlich bekommt sie für den Moment immer noch nicht ihren Willen. Sie muss erst lernen zu verstehen, dass es ein guter Kompromiss ist, und sie nur noch ein Stückchen laufen muss, und dann wird ihr geholfen. Wenn ich an die bedingungslose Liebe oder an die Liebe, die an Bedingungen verknüpft ist, denke, dann fällt mir auf, dass es in dem Moment die bedingungslose Liebe sein muss. Aber muss man jetzt immer daran denken, was ist richtig und was ist falsch?

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Spannendes Verhalten

Unsere Tochter ist mit ihren dreieinhalb Jahren schon sehr ausgeprägt in ihren Verhaltenszügen und Charakterzügen. Ich merke, dass sie in jedem Fall zuhause gerne laut ist und ungezwungen, dagegen im Kindergarten etwas ruhiger agiert. Das bekomme ich schon mit, wenn ich sie in den Gruppenraum bringe. Weil sie nicht die Sorte Mensch ist, die sofort losstürmt und die Dinge anpackt. Liegt das eigentlich an der Erziehung, was bisher lief? Oder ist sie so geboren wurden? Haben wir schon längst etwas falsch gemacht, dass sie selbst nicht handelt und sie lieber auf Befehle wartet? Zuhause ist es wiederum anders. Allerdings fällt mir auf, dass ich als Kind nicht anders war. Lag es denn nun an der Erziehung oder am eigenen Wesen?

Im Buch Liebe und Eigenständigkeit: Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung habe ich eine Stelle gefunden, die wirklich viel über mich aussagt, und ich selbst viel vorher überlegt habe, wie das sein kann. Und zwar gibt es vom Arbor Verlag eine PDF-Datei, ihr könnt bis Seite 39 reinlesen, und ich habe dort mein Verhalten entdeckt:

Die Autorin Barbara Coloroso bemerkt, dass sie Eltern von Teenagern oft klagen hört: „Er war so ein braves Kind, so wohlerzogen, hatte so gute Manieren, hat sich so gut gekleidet. Doch sehen Sie sich ihn jetzt an!“ Darauf antwortet sie: Seit er klein war, zog er sich so an, wie Sie es ihm sagten; er verhielt sich so, wie Sie es ihm sagten; er sagte das, was Sie ihm vorsagten. Er hat stets darauf gehört, dass ihm jemand anders sagte, was er tun sollte … Er hat sich nicht verändert. Er hört noch immer darauf, dass ihm jemand anders sagt, was er tun soll. Das Problem ist nur, dass derjenige nicht mehr Sie sind, sondern Leute in seinem Alter.
Es scheint zum Teil, dass ich das bei Amy auch mache. Allerdings weiß ich, dass sie auch viele Entscheidungen alleine treffen kann. Ich werde mir demnächst das ganze Buch kaufen. Ich finde es schön, wenn man fürs Leben lernen kann und in der Erziehung lasse ich mir gerne helfen, wenn es denn richtig ist. Wenn ihr die PDF-Datei lest, könnt ihr einen Eindruck über die bedingungslose Liebe und an die Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, erhalten.

Erkennst du dich in eins der zwei dargestellten Erziehungsmodelle wieder?